Asım Bezirci: Nâzım Hikmet. Leben, Werk, Kunst. Eine kritische Studie

16,90 

Leben, Werk, Kunst. Eine kritische Studie

Aus dem Türkischen von Helmut Flörchinger
Gedichtübersetzungen von Helga Dağyeli-Bohne und Yıldırım Dağyeli, Sebile Yapıcı und Mario Pschera
Auflage 2014
244 Seiten, Softcover, 16,90 EUR

ISBN: 9783935597463

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Beschreibung

Der renommierte marxistische Literaturwissenschaftler und Publizist Asım Bezirci (1927 – 1993) beschrieb den abenteuerlichen Lebensweg Nâzım Hikmets, seine Herkunft aus einer großbürgerlichen Familie, seine Wandlung zum Kommunisten im Nationalen Befreiungskrieg, sein Schaffen als Dichter, Dramaturg, Gefängnis und Exil. Er setzt diesen Lebensweg in den Kontext zu den verschiedenen Schaffensphasen, Einflüssen, künstlerischen Ausdrucksformen und publizistischen Auseinandersetzungen. Der Band enthält erstmals ins Deutsche übersetzte Gedichte und Gedichtfragmente.

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Zusätzliche Informationen

Autor

Der renommierte marxistische Literaturwissenschaftler und Publizist Asım Bezirci (1927 – 1993) beschrieb den abenteuerlichen Lebensweg Nâzım Hikmets, seine Herkunft aus einer großbürgerlichen Familie, seine Wandlung zum Kommunisten im Nationalen Befreiungskrieg, sein Schaffen als Dichter, Dramaturg, Gefängnis und Exil. Er setzt diesen Lebensweg in den Kontext zu den verschiedenen Schaffensphasen, Einflüssen, künstlerischen Ausdrucksformen und publizistischen Auseinandersetzungen. Der Band enthält erstmals ins Deutsche übersetzte Gedichte und Gedichtfragmente.

Leseprobe

Ich sah Gioconda
im Land des Feindes
wie sich sich heimlich nachts
durchs Tor der Stadt hinaus schlich;
ich sah sie,
wie sie einem britischen Offizier
die Kehle zudrückte,
als die Bajonette im Kampf aufeinander stießen.
Ich sah sie
an einem blauen Wasser, in dem die Sterne schwammen,
wie sie ihr verlaustes, schmutziges Hemd wusch…

In einer feuerroten Flamme färbte sich La Gioconda.
Mit einem aus der Tiefe kommenden Lachen
lachend verbrannte La Gioconda…

Wie schade, jammerschade für uns, dass wir seit Jahrhunderten betrogen wurden!
Um die in der Dunkelheit gezeichneten Spuren zu sehen,
mit dem Gesicht zu berühren,
verbrannten wir, wie schade, jammerschade, wie Kienholz…
Weder kam das Heil vom Himmel noch ein Gran Mitleid.
Den arbeitenden Sklaven geben Jesus, Moses und Mohammed
nur einen Halbvers Gebet, Räucherwerk, Weihrauch,
sie zeigten ihnen die Wege zum Märchenparadies.
Weder der fünfmalige Gebetsruf noch die Angelusglocken
befreiten die besitzlosen Sklaven von ihren Ketten.
Wir sind immer noch Sklaven, haben immer noch Herrn.

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Asım Bezirci

Bezirci wurde 1927 in Erzincan geboren. Aus einer einer mittellosen Familie kommend, gewann er einen Stipendiatenplatz für das Internat in Erzurum, das er bis zum Abschluss der Oberschule besuchte. Anschließend studierte er in Istanbul türkische Sprache und Literatur. Ab 1950 begann er zunächst für die Zeitschrift ­»Gerçek zu« schreiben. Aufgrund seiner Artikel wurden allein acht Strafverfahren gegen ihn eingeleitet und er musste Monate in Haft verbringen, bis er in allen Verfahren freigesprochen wurde. Seit 1955 widmete er sich gänzlich der Literatur und Literaturkritik. Er bearbeitete und brachte die Werke zahlreicher türkischer Schriftsteller heraus, übersetzte europäische Dichter und Schriftsteller ins Türkische, ebenso übertrug er Literatur aus der osmanischen Zeit ins Neutürkische. Asim Bezirci war im Vorstand der Schriftstellergewerkschaft TYS sowie Mitglied im Friedenskomitee. Er hinterlässt ein Werk von 68 Büchern und ungezählten Zeitschriftenaufsätzen.
Asim Bersici kam am 2. Juli 1993 bei dem Brandanschlag durch einen islamistischen Mob auf das Madımak-Hotel in Sivas ums Leben.

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Nâzım Hikmet

Nâzım Hikmet (Ran), geboren am 15. Januar 1902 in Thessaloniki, gilt als Begründer der modernen türkischen Lyrik. Hikmet wuchs in einer großbürgerlichen Familie auf, schrieb als Gymnasiast erste Gedichte und ging auf die Marineschule. Wegen Anstachelung zum Aufruhr entlassen, ging er 1921 nach Anatolien und reiste illegal in die Sowjetunion. Dort studierte er und kam in Kontakt mit der dortigen Lyrik- und Theaterszene. Ab 1929 hatte er erste Erfolge in der Türkei als Dichter, Szenarist und Dramatiker. Nach mehrmaliger Verhaftung wurde er 1938 zu 28 Jahren Gefängnis verurteilt. 1950 wurde er nach internationalen Protesten amnestiert, sollte 1951 zum Militärdienst eingezogen werden und floh darauf über das Schwarze Meer. Er ließ sich in Moskau nieder, verlor im gleichen Jahr seine türkische Staatsbürgerschaft und engagierte sich in der internationalen Friedensbewegung. 1963 starb er an einem Herzinfarkt. 2009 wurde er posthum wieder in der Türkei eingebürgert. Seine ausführliche Biografie findet sich bei Asım Bezirci.

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