Irakli Charkviani: Dahinschwimmen. Aus dem Leben eines Königs

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Dahinschwimmen.
Aus dem Leben eines Königs
Roman

Aus dem Georgischen von Iunona Guruli
Auflage 2018
188 Seiten, Hardcover
ISBN: 9783935597937

Beschreibung

In seinem autobiographischen Roman erzählt Irakli Charkviani subjektiv wie beispielhaft die Geschichte der »Generation Gagarin«, die unter dem Stillstand in der Sowjetunion litt, sich in Musik und Drogen flüchtete, und für die die Ära Gorbatschow zu spät kam. Seine Jugendfreunde scheitern tragisch und tödlich, er steigt zum Rockstar auf und wird doch ebenfalls ein Gescheiterter. Sein Alter Ego, Rumi aus Kabul, erschießt einen sowjetischen Soldaten und findet sich in einem Flugzeug wieder, das er in die Luft sprengen soll. Rumi ist ein Wiedergänger des Dichters Rumi, der aus dem Verlust des Geliebten seine unsterbliche Poesie schöpft. Ein koboldhafter Lenin will Charkviani wie Rumi dazu zwingen, zu Tatmenschen wider Willen zu werden. Beide bewegen sich in einer Doppelexistenz zwischen Dystopie und verlorener Utopie, zwischen Poesie und einer verratenen Revolution.

Zusätzliche Information

Autor

Irakli Charkviani, 1961–2006, Sänger und Dichter, war einer der einflussreichsten Vertreter des georgischen Undergrounds und Idol seiner und nachfolgender Generationen.

Leseprobe

Ein kalter Schauer lief über seinen Rücken, als er eine Inschrift in russischer Sprache erblickte. Wie sich herausstellte, war er die ganze Zeit bei niemand Geringerem als dem Großen Führer des Proletariats, Wladimir Iljitsch Lenin zu Gast, und der granitgepflasterte Saal war nichts anderes als das im Moskauer Zentrum errichtete Mausoleum. Völlig sinnlos, darüber nachzugrübeln, wie er hierhergekommen war, denn Rumi war damit beschäftigt, die Bewegungen einzuüben, die ihm die Bewegung im Raum ermöglichten. Er war ein guter Schwimmer und hätte sich doch nie vorstellen können, dass genau diese Erfahrung ihm beim Fliegen behilflich sein würde. Das Einzige, woran er sich aus seiner Vergangenheit erinnerte, war der kleine Radioempfänger und der Zeigefinger des unbekannten Mitreisenden.

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