Kirkor Ceyhan

Kirkor Ceyhan wurde am 29.Oktober 1926 in Zara geboren. Sein Vater Simon wurde Sıgı Usta genannt. Seine Mutter Horik wurde mit Horik Hatun angesprochen. Er hatte drei Schwestern: Manusag, Armenuhi und Azaduhi. Der Vater, früher einmal Lehrer, ernährte die Familie als Maurer. Die Mutter webte Teppiche für die Reichen. Seine erste Bildung erhielt Ceyhan in Zara in der Gazi-Grundschule und der Cumhuriyet-Grundschule. Danach kam er zu seiner Tante, die nach Sivas geheiratet hatte, um die Mittelschule zu besuchen. Unter dem Einfluss eines Nachbarn der Tante, dem Müller Sımavon, wandte er sich der materialistischen Weltanschauung zu. Bald darauf brach er die Schule ab und sagte Sivas Adieu, um in Zara bei einem Schneider als Lehrling anzufangen, ohne Entgelt … Er versuchte den Schmerz darüber, dass er aufgrund fehlender materieller Möglichkeiten die Schule nicht weiter besuchen konnte, zu überwinden, indem er verbissen sämtliche realistischen Autoren der Weltliteratur las. Sein Interesse für Literatur begann bereits in jungen Jahren. So lernte er Sabahattin Ali durch dessen Bücher kennen. Seine Jugend fiel mit dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Im Januar 1946 heiratete er, im November wurde er zum Wehrdienst eingezogen, 1947 wurde er Vater. 1949 wurde er aus dem Militär entlassen und zog nach Istanbul. Die Familie fand in Gedikpasa ein Zuhause. Sein Vater Varjabed Simon wurde Küster in der armenischen Surp-Hovhannes-Kirche. In Istanbul traf er 1950 persönlich den Schriftsteller Kemal Tahir, der eben aus dem Gefängnis entlassen worden war. Ihre Bekanntschaft seit 1942 – als Kirkor in Zara, nachdem er eher zufällig erfahren hatte, dass Kemal Tahir eingesperrt war, diesem anfing Briefe zu schreiben – verwandelte sich in eine tiefe Freundschaft. Kirkor eröffnete eine Schneiderei in Çarsıkapı. Zwei weitere Kinder wurden geboren. 1965 emigrierte die ganze Familie in die Sozialistische Sowjetrepublik Armenien. Zehn Monate später schon kehrte sie wieder zurück und Kirkor erönete eine Schneiderei in Beyoglu. 1973 starb sein Vater, 1974 seine Frau. 1980 gab er seinen Beruf auf und ging als Rentner nach Frankreich zu seinen Kindern. 1982 heiratete er zum zweiten Mal, die Ehe wurde aber nach kurzer Zeit schon geschieden. In Deutschland heiratete er 1988 seine dritte Frau. 1990 starb seine Mutter. Von dieser Zeit an lebte er ständig in Bonn und besuchte häug Istanbul. Kirkor Ceyhan starb am 27. September 1999.

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