Zafer Şenocak

Zafer Şenocak, geboren 1961 und in Ankara und München aufgewachsen, ist ein Wanderer zwischen den Welten und in beiden Sprachen, dem Deutschen wie dem Türkischen, zu Hause. 1983 debütierte er mit dem Gedichtband »Elektrisches Blau«, dem weitere folgten. Seither übersetzt er aus dem Türkischen, schreibt Essays und Romane und meldet sich immer wieder in gesellschaftlichen Debatten um Identität, Zugehörigkeit und vermeintliche Kulturdifferenz zu Wort. In geradezu bestechender Weise legt er die Ängste, die sich hinter nationaler Selbstgewissheit und Arroganz gegenüber dem Anderen verbergen, frei. Seine Positionen sind oft streitbar, entfalten aber ihre Wucht durch ihre feste Verwurzelung im deutschen humanistischen Kanon, das Bewusstsein für Geschichte und die Unaufgeregtheit ihrer Argumentation, die sich wohltuend von den oft hysterischen Untergangsszenarien mancher Zeitgenossen abhebt. Als Schriftsteller und Publizist hat er seit langem seinen festen Platz in der literarischen Szene in diesem Land eingenommen. Zuletzt erschienen von ihm »Der Pavillon« (2009) und »Deutschsein. Eine Aufklärungsschrift« (2011), die, obwohl unterschiedlichen Genres zugehörig, sich beide dem Widerstreit zwischen Ratio und Gefühl, zwischen Tradition und Moderne widmen. Seine persönliche Geschichte der Identität setzte der Autor fort, in seinem Buch »In deinen Worten. Mutmaßungen über den Glauben meines Vaters« (2016), sowie zuletzt in »Das Fremde, das in jedem wohnt« (2018).

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