Abdulla Qodiriy

Abdulla Qodiriy wurde 1894 im damaligen Generalgouvernement Turkestan, in Taschkent geboren. In bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, arbeitete er für einen Kaufmann, der ihn auf eine russische Schule schickte. 1913 veröffentlichte er seine ersten Gedichte, begann Artikel und Erzählungen zu verfassen. Zwischen 1915 und 1917 studierte er an der Abulqosim-Medrese islamische Wissenschaften. Nach dem Sturz des Zaren meldete Qodiriy sich freiwillig zur Volksmiliz, arbeitete für das Stadtteilkomitee und wurde publizistisch tätig. Ab 1923 war er Redakteur der Satirezeitschrift »Mushtum«, 1924 studierte er am Brjusov-Literaturinstitut in Moskau. »Ötkan Kunlar« erschien als Fortsetzungsroman in Zeitschriften, der in Buchform ungemein populär wurde. Mit dem Roman wurde Qodiriy zum Begründer der usbekischen Prosa und ein Vorbild für die historische Romanliteratur. 1926 wurde er wegen Beleidigung hochstehender Persönlichkeiten zu zwei Jahren Haft verurteilt, musste die Strafe aber nicht antreten. Seine Pressetätigkeit stellte er ein, arbeitete als Bauer und Übersetzer literarischer Werke. 1932 wurde er Mitglied des neugegründeten Schriftstellerverbands und schrieb an neuen Romanen. 1937 beschuldigte man ihn in der Presse, er sei Mitglied einer konterrevolutionären Gruppe und Trotzkist, zum Jahresende wurde er verhaftet und monatelang verhört. Ein Scheingericht verurteilte ihn am 5. Oktober 1938 zum Tode, Archivunterlagen zufolge wurde er bereits einen Tag vorher erschossen. Seine Werke waren fortan verboten. Nach 1956 wurde er zwar rehabilitiert, seine Schriften konnten aber in der Sowjetunion nur zensiert erscheinen. Ab 1969 wurden mehrere seiner Romane verfilmt.

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