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Demir Özlü gestorben

Der Schriftsteller und Rechtsanwalt Demir Özlu wurde 1935 in Istanbul geboren und wurde durch zahlreiche Romane und Kurzgeschichten bekannt. Er erhielt mehrere bedeutende türkische Literaturpreise, u.a. 1989 den Sait-Faik-Literaturpreis, 1990 den Orhan-Kemal-Literaturpreis, 2004 den Sedat-Simavi-Preis für Literatur. Nach dem Jurastudium in Istanbul studierte er von 1961 bis 1962 an der Pariser Sorbonne Philosophie. Demir Özlü zählte zur sogenannten Generation 1950, die von ihren Frankreichaufenthalten den Existentialismus und Surrealismus in die türkische Literatur brachten. Während des Militärputsches von 1971 wurde er vorübergehend inhaftiert, 1979 siedelte er nach Stockholm über. Nach dem Militärputsch von 1980 wurde ihm die Staatsangehörigkeit entzogen, erst 1989 durfte er wieder nach Istanbul reisen. Seitdem lebte er in beiden Städten. Im Dağyeli Verlag erschien 1987 seine Novelle »Ein Istanbuler Traum« von 1985, von Atıf Yılmaz wurde sie im gleichen Jahr verfilmt. Er war ein Chronist Istanbuls, seiner Menschen und Geschichten; sein Blick auf diese Stadt wird weiterleben. Wir trauern um ihn.